Sa. 8. Februar 20 h -- Glück gehabt!


Drama, Komödie, Österreich 2019, 100 min.

Regie und Buch: Peter Payer

Darsteller: Philipp Hochmair, Julia Roy, Larissa Fuchs, Robert Stadlober, Barbara Petritsch, Claudia Kottal, Raimund Wallisch


Eine Peter Payers "Glück gehabt" ist ein Film über Lebens- und Liebeslügen; eine Komödie, so schwarz wie die Nacht und so scharf wie ein Hackebeil. Was als komödiantische Dreiecksgeschichte beginnt, steigert sich zu einem schwarzhumorigen Thriller, der einige Überraschungen bereit hält.


nach dem Roman "Das Polykrates-Syndrom" von Antonio Fian


Artur ist Ende 30. Er ist ausgebildeter Lehrer, verdingt sich aber als Nachhilfelehrer und arbeitet in einem Copyshop. Der talentierte, aber wenig ehrgeizige Comic-Zeichner schlurft am liebsten in Pantoffeln und Pyjamahose durch sein ereignisarmes Dasein. Seine Frau Rita ist da schon karrierebewusster: soeben hat sie den Sprung zur jüngsten Schuldirektorin der Stadt geschafft.


Die Ehe der beiden - mehr oder weniger glücklich, jedenfalls sehr routiniert – wird einem dramatischen Stress-Test ausgesetzt, als die schöne, junge Alice in den Kopierladen und damit in Arturs Leben platzt.

Fasziniert von ihr folgt er der Schönheit und gerät just in eine Schlägerei. Aus einer Mischung aus Schuldbewusstsein und erotischem Interesse treffen sich die beiden in einem einsamen Café. Es wird geredet und abgetastet – und trotz seiner glücklichen Ehe findet sich Artur schnell an seinen eigenen Gefühlen zweifelnd.


Je mehr er sich in diese verhängnisvolle Affäre verstrickt, desto weniger weiß er, wer seine Geliebte eigentlich ist. Heißt sie wirklich Alice? Kommt sie aus Bayern, wie sie sagt? Ist sie die französische Studentin, die bei der Marktforschung jobbt, die sie so überzeugend zu spielen versteht? Immer mehr ergreift Alice von Arturs Leben Besitz, schleicht sich bei seiner Mutter ein, bei seinem besten Freund, sogar bei seiner Frau; und schockiert ihn schließlich mit einer freudigen Botschaft. Spätestens da wird auch Artur klar: lange kann dieses Gespinst aus Lügen nicht mehr halten.


Eigentlich lautet Arturs Lebensphilosophie: Ich will einfach nichts müssen. Aber: bald muss er! Und wie! Lauter Dinge, die er eigentlich nicht will und auch nicht wirklich kann: Lügen. Tricksen. Autofahren. Einen Faustschlag kassieren. Als dann auch noch eine Leiche auftaucht, entgleitet ihm die Kontrolle völlig. Während er versucht, das Ruder herumzureißen, tut Alice alles dafür, das Leben des Künstlers ins Chaos abdriften zu lassen.


Eine morbide österreichische Komödie, so schwarz wie die Nacht.


In 100 Minuten fährt Regisseur Peter Payer alles auf, was er seinen Figuren zusetzen könnte. Gemäß der literarischen Vorlage wird es auch mal etwas deftiger – überraschend, wenn man sich gerade auf eine gutmütige Beziehungskomödie eingestellt hat. Der Film lässt das Publikum wahrlich mitleiden.

Hauptdarsteller Philipp Hochmair wirkt wie ein Soldat auf verlorenem Posten, der minütlich zwischen Euphorie, Verzweiflung und Wahnsinn pendelt. Seine Film-Ehefrau Larissa Fuchs mimt das wahrlich akkurate Abziehbild eines elitären Kulturmenschen ohne Sinn für feine (zwischenmenschliche) Töne, die Femme Fatale Alice, gespielt von Julia Roy ist undurchschaubar verführerisch und mysteriös.

Garantiert für einen kurzweiligen Kinobesuch.




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